„Spuren der Zeit“ bleiben erhalten

Die geplante Sanierung des denkmalgeschützten Neudorfquartiers in Flums nimmt immer mehr Fahrt auf. Noch in diesem Jahr soll mit der Realisierung eines Musterhauses begonnen werden. Dieses liefert die notwendigen Daten für Budgetierung und Funktionalität.

von Andreas Hörner (Sarganserländer , 03.05.2022)

Die Sanierung und damit der Erhalt der histori­schen Arbeitersiedlung Neudorf in Flums befindet sich auf Kurs. 43 von zwischenzeitlich 50 Mitgliedern des Vereins Pro Neudorf Flums wurden an einer Infoveranstal­tung von den Initianten auf den neus­ten Stand gebracht. Präsident Andreas  Hofmänner von der Eckstein Immobi­lien AG, seit 2020 Besitzerin des Neu­dorfquartiers, blickte nach einem ge­meinsamen Nachtessen im «Pöstli» zu­nächst auf das Vereinsjahr zurück. Da­bei betonte er noch einmal das Ziel des Vereins: «Die Häuser mit ihren 49 Wohneinheiten erhalten und dann in eine Wohnbaugenossenschaft über­ führen.»

Auf bestem Weg

Nach der Vereinsgründung (Februar 2021) hat sich beim ehrgeizigen 20­ Mil­lionen­-Projekt einiges getan. «Die Stu­die ist abgeschlossen und liegt auf dem Tisch», freut sich  Hofmänner. Die de­taillierten Erläuterungen dazu gab es von der in Flums aufgewachsenen Architektin Ilona Schneider vom Zür­cher Büro Schneider Eigensatz Archi­tekten. Bezüglich der Bausubstanz bei den zwischen 1896 und 1909 erstellten Gebäuden «werden wir nur dort etwas ersetzen, wo es nötig ist». «Die alten Häuser erhalten den Komfort eines neuen, die Spuren der Zeit werden erhalten bleiben», so Schneider. Ziel sei es nun, noch in die­sem Jahr mit den Arbeiten für ein Musterhaus zu beginnen. «Dieses soll uns bezüglich Sicherheit, Haustechnik, Funktionsweise und Budgetierung die notwendigen Bestätigungen unserer Planung liefern.» Die aussagekräftige Visualisierung des gesamten Quartiers verspricht einiges. «Die Gärten allein sind schon eine riesige Schatzkammer und bieten künftig beste Möglichkei­ten für gute Nachbarschaftsbeziehungen durch das Gartentörchen.»

Kunst vs. Altbau

Die Baueingabe für das Musterhaus werde baldmöglichst eingereicht, versi­chert Andreas Hofmänner. Dafür aus­gewählt wurde das Doppelhaus

Der Blick auf das «Jetzt» und der Ausblick ins «Danach»: Andreas Hofmänner zeigt den
Vereinsmitgliedern auf, was erhalten bleibt und was sich mit der Sanierung ändern wird.
Bilder: Andreas Hörner

Num­mer 19 und 21. Die Wichtigkeit dieses Musterobjekts sei enorm. «Bevor wir uns trauen, eine Wohnbaugenossen­schaft zu gründen, müssen wir die absolute Sicherheit bezüglich der Kosten haben», betonte Hofmänner. Seine Hoffnung, den nächsten Vereinsanlass 2023 im Musterhaus abhalten zu kön­nen, ist durchaus berechtigt. Vorerst wurde den Mitgliedern aber noch einmal der aktuelle Zustand der Gebäude gezeigt. Zum Abschluss der Infoveranstaltung ging es an die Neu­dorfstrasse 13, wo den Besuchenden im alten Haus einige Details vor Ort er­klärt wurden. Einquartiert in diesem Gebäude ist derzeit die Künstlerin Ursi Götz (Mastrils) mit ihrem Atelier. So erhielten Vorstand und Vereinsmitglie­der neben Kaffee und Kuchen auch einen eindrücklichen Kontrast zwi­schen moderner Kunst und der Bau­weise aus dem (vor­)letzten Jahrhun­dert.

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